Zukunftstag für Jungen und Mädchen – mehr als Berufsorientierung

Bei aller Anerkennung für das Engagement des Arbeitskreises Jobtest muss doch eine kritische Anmerkung erlaubt sein. Der Zukunftstag sollte mehr sein als ein Tag, an dem Schülerinnen und Schüler in einen Betrieb hinein schnuppern.
Hintergrund der Bundesinitiative für den Girls’s Day, den wir bei uns Zukunftstag nennen, war die Tatsache, dass das Berufswahl-Spektrum für Mädchen immer noch sehr eingeschränkt ist. Trotz besserer Schulabschlüsse entscheiden sich Mädchen im Rahmen ihrer Ausbildungs- und Studienwahl noch immer häufig für „typisch weibliche“ Berufsbilder oder Studienfächer. Mehr als die Hälfte der jungen Frauen wählt aus nur zehn verschiedenen Ausbildungsberufen im dualen System – kein einziger naturwissenschaftlich-technischer ist darunter. In Betrieben fehlt aber gerade der Nachwuchs in diesen Berufsfeldern.
Mädchen und auch Jungen müssen gerade vor dem Hintergrund des auf uns zukommenden Fachkräftemangels für technische und naturwissenschaftliche Berufe begeistert werden. Andererseits beklagen wir die fehlenden Männer im Erziehungswesen. Vom Kindergarten bis zur Schule erleben Jungen kaum männliche Vorbilder. Deshalb ist es wichtig die immer noch bestehenden Rollenbilder aufzubrechen.
Zwischen den Geschlechtern bestehen nach wie vor große Lohnunterschiede: Frauen verdienen statistisch 21% weniger als Männer. Damit ist der Unterschied in Deutschland höher als in der Europäischen Region, Skandinavien oder den USA.

Wichtig neben der allgemeinen Berufsorientierung, die inzwischen an allen Schulen stattfindet, ist folglich das Hineinschnuppern in Berufsbereiche, die nicht als „typisch weiblich“ oder „typisch männlich“ gelten.