„Hähnchenmasthighways? – Steuerungsmöglichkeiten für Kommunen“; unter diesem Titel hatten die SPD-Landtagsabgeordneten Marcus Bosse und Stefan Klein zu einer Podiumsdiskussion geladen.

Als Podiumsteilnehmer stellten sich Rolf Meyer, Thomas Ohlendorf vom BUND, Ingolf Spickschon vom Arbeitskreis gegen Massentierhaltung und Sven Volkers, stellv. Dezernent für Umwelt-, Bau- und Betriebswesen im Landkreis Wolfenbüttel zur Verfügung. Etwa 90 Gäste folgten dieser Einladung und hörten zunächst einen Vortrag von Rolf Meyer, ebenfalls SPD-Landtagsabgeordneter, aus Celle. Er wohnt, wie er sagt, dicht am „Herd des Hähnchenmasthighways A7 und macht sich als stellvertretender Sprecher für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz dafür stark, dass Landwirte auch nach 2013 wettbewerbsfähig produzieren können. Dann nämlich enden die EU-Agrarsubventionen.
Im Anschluss an den Vortrag wurde unter der Moderation von Marcus Bosse kontrovers
diskutiert. Thomas Ohlendorf gab anschauliche Beispiele für die Art der Massentierhaltung und betonte, auf welch quälerische Art die Tiere gezüchtet werden. Ingolf Spickschen appellierte an den Gesetzgeber, das Anbringen von Feinstaubfiltern und Ammoniakwaschanlagen vorzuschreiben. Die Luftbelastung in der Nähe von Hähnchenmastanlagen sei „zu hoch, um dort einen Lebensmittelmarkt zu errichten, aber für „normale“ Anlieger scheinbar ungefährlich?“, so Spickschen.
Sven Volkers erläuterte den Zuhörern den §35 des Baugesetzbuches, laut dem Landwirtschaftliche Baumaßnahmen privilegiert werden. Dieser sei ursprünglich nicht für eine solche Auslegung gedacht. „Dieser Paragraph muss ersatzlos gestrichen werden“, unterstrich Meyer. Unter den Zuhörern waren unter anderem einige Vertreter aus den örtlichen Bürgerinitiativen aus Cramme, Groß Denkte und Burgdorf, die ihren Unmut über ihre Machtlosigkeit zum Ausdruck brachten.
Bei momentaner Gesetzlage habe man als „normaler Bürger“ keine Chance, die Errichtung einer Hähnchenmastanlage in der Nachbarschaft zu verhindern.